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Verschollen geglaubtes Oratorium von Gottlob Harrer in Nürtingen aufgefunden

Weniger als fünf Jahre, von seinem Amtsantritt am 2. Oktober 1750 bis zu seinem Tod am 9. Juli 1755, übte Gottlob Harrer, geboren am 8. Mai 1703 in Görlitz, als direkter Nachfolger Johann Sebastian Bachs das Amt des Thomaskantors aus. Trotzdem kommt Harrer ein gewisser Anteil zu, das Leipziger Bürgertum gerade auch im Bereich der Passionsmusiken mit dem „modernen“ italienischen Oratorien-Stil, wie er ihn aus Dresden kannte, vertrauter zu machen.

Den einzigen Nachweis für Harrers Abraham und Isaac oder Isaac im Vorbild lieferte bisher unter dem Titel Isaaco, figura del Redemtore Breitkopfs Verzeichniß Musikalischer Werke aus dem Jahr 1764, in welchem Musikstücke, die nicht im Druck erschienen sind aber als Abschriften erworben werden konnten, verzeichnet sind. Der Text ist eine möglicherweise von Harrer selbst vorgenommene Übersetzung des Librettos Isacco figura del Redentore von Pietro Metastasios (1698–1782).

Das aus 17 Stimmheften und einer Partitur bestehende Quellenmaterial zu Harrers Isaac im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart (D-Sla), Bestand Nürtingen (D-NUEtb), trägt heute die Signatur 254. Die Partitur und alle Einzelstimmen sind mit dem gleichen braun-marmorierten Papier überzogen. Auf die Vorderseite ist jeweils ein Etikett mit dem Kurztitel des Werkes geklebt; Harrers Name steht nur auf dem Partitur-Etikett (s. Abbildung).

Eine ausführlichere Beschreibung der Quelle und des Werkes wird im Bach-Jahrbuch 2018, voraussichtlich im Herbst 2018, erscheinen. Der Katalogeintrag im RISM-OPAC ist hier zu finden.

Kategorie: Wiederentdeckt



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