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Handschriftliche Tabulaturen und Stimmbücher bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts der Bayerischen Staatsbliothek München

Die handschriftlichen Tablaturen und Stimmbücher der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts sind neben den frühen Notendrucken und den Chorbüchern ein zentrales Segment aus der historischen Musikaliensammlung der bayerischen Herzöge. Die frühesten Handschriften reichen dabei bis in das 15. Jahrhundert zurück.

Die zumeist aus dem süddeutschen Raum stammenden Manuskripte gelangten auf unterschiedlichen Wegen in den Besitz der Hofbibliothek: Der Grundstock wurde durch den Ankauf der Bibliothek des Augsburger Ratsherrn Johann Heinrich Herwart 1583 durch Herzog Wilhelm V. gelegt. Ein weiterer Teil der Sammlung befand sich vormals in klösterlichem Besitz. Im frühen 19. Jahrhundert gelangten schließlich die letzten Musikhandschriften dieser Bestandsgruppe in die Hofbibliothek.

Insgesamt umfasst die Sammlung 66 Signaturen und überliefert neben geistlichen Vokalwerken vor allem weltliche Gattungen wie Chansons, Lieder und Madrigale sowie Intavolierungen für Orgel und Laute.

In einem durch die DFG geförderten Projekt werden die Musikhandschriften ab Dezember 2015 online erschlossen, digitalisiert und im Internet bereitgestellt. Die Quellen werden in einer Kooperation der Musikabteilung der BSB mit der Münchner RISM-Arbeitsstelle in „Kallisto“ erfasst und anschließend auch im RISM-OPAC zur Verfügung gestellt.

Die Abbildung zeigt die Handschrift D-Mbs, Mus.ms. 263, fol. 35v, Benediktinerkloster Irsee?, ca. 1600-1605, mit einer Intavolierung des sechsstimmigen Cantate Domino canticum novum von Jacob Reiner (ca. 1560–1606).

 

Ansprechpartner: Veronika Giglberger und Bernhard Lutz


 

 

Kategorie: Bibliotheksbestände



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