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Musikhandschriften von Karl Friedrich Abel in Polen gefunden

Der folgende Beitrag stammt von Sonia Wronkowska aus RISM Polen:

Zwei neue Musikquellen zu Werken von Karl Friedrich Abel (1723-1787) sind kürzlich von Sonia Wronkowska in Polen entdeckt worden. Sie liegen in der Bibliothek der Adam Mickiewicz Universität in Poznań (PL-Pu) und stammen ursprünglich aus dem Besitz der Familie Maltzan in Milicz (früher Militsch). Graf Joachim Carl Maltzan (1733-1817) – preußischer Gesandter in London – ist der Verbindungsmann zwischen der preußischen Provinzstadt Militsch und den “Bach-Abel Konzerten” in London. Maltzan besuchte vermutlich regelmäßig die berühmte Konzertreihe, oder er war einer von Abels Schülern. Er erwarb zwei Manuskripte mit 28 Kompositionen für Viola da Gamba von Abel in London und nahm sie mit in seine Heimatstadt.

Das Maltzan-Manuskript (RISM ID no. 300044500) enthält 27 Sonaten und Duette für Viola da Gamba von oder zugeschrieben an Abel, teilweise im Autograph, als auch eine Sonata von Johann Christian Bach. Es ist das umfassendste homogene Manuskript von Abels Musik für Viola da Gamba. Die zweite Handschrift (RISM ID no. 300044529) enthält eine Sonate von Abel.

Die neu entdeckten Werke bieten bisher unbekannte Kompositionstechniken Abels als auch die gesamte Bandbreite seines kompositorischen Könnens: von einfachen für den Unterricht bestimmten Werken bis zu virtuosen Kompositionen, die vermutlich vom Komponisten selbst gespielt wurden.


Alle bisher unbekannten Werke wurden kürzlich in der Edition Güntersberg veröffentlicht.

Abbildung: Karl Friedrich Abel, Sonate in D-Dur, das erste Werk in Abels Handschrift aus dem Maltzan-Manuskript. Biblioteka Uniwersytecka. Sekcja Zbiorów Muzycznych w Oddziale Zbiorów Specjalnych (PL-Pu) 7836, p. 111. RISM ID no. 300044518

Kategorie: Wiederentdeckt



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