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Erstaufführung von wiederentdeckten Heinrich Schütz Werken

 

Dieser Beitrag stammt von Helmut Lauterwasser (RISM Deutschland):

 

Kaum zu glauben, dass es von Heinrich Schütz immer noch neu zu entdeckende Werke gibt. Und doch werden am 1. Oktober 2015 bei der Eröffnungsveranstaltung des Internationalen Heinrich-Schütz-Festes in Dresden zwei kleine Weihnachtskonzerte des sächsischen Hofkapellmeisters nach einem fast 400-jährigen Dornröschenschlaf erstmals wieder zum Klingen gebracht.


„Ein Kind ist uns geboren“ (SWV 497, s. Abbildung) für 2 Tenorstimmen und „Ach Herr, du Schöpfer aller Ding“ (SWV 450a) für 3 Vokalstimmen (SSB), jeweils mit Basso continuo, sind beide nur unvollständig in einer Sammelhandschrift aus Pirna, die sich heute in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden befindet, überliefert. Beide wurden nun für eine Edition beim Stuttgarter Carus-Verlag rekonstruiert, wobei für die jeweils verlorene Oberstimme so weit wie möglich melodisches Material aus den vorhandenen Stimmen verwendet wurde. Bei SWV 497 war dies möglich, weil Schütz offensichtlich den größten Teil des Stückes mit vertauschten Stimmen wiederholte. Das zweite Stück ist eine Bearbeitung des Madrigals „Deh poi ch‘era ne‘ fati ch‘io dovessi“ von Luca Marenzio, so dass der Herausgeber versucht hat, den verlorenen Diskant nach dem Vorbild der beiden erhaltenen Stimmen aus der Magdrigalvorlage zu rekonstruieren.

 

SWV 497 liegt seit wenigen Tagen hier in einer Einzelausgabe als „Edition princeps“ bei Carus vor.


Abbildung: Ausschnitt aus der Sammelhandschrift Mus.Pi.57 (Bassus) in D-Dl mit dem Anfang der unbezifferten Generalbassstimme.

 

Kategorie: Veranstaltungen



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