English | Deutsch | Français

Big Data in Musikforschung und Musikdokumentation

Die British Library und das College Royal Holloway der Universität London - beide Institutionen sind Kooperationspartner des RISM UK - erhielten vom britischen Arts and Humanities Research Council (AHRC) eine finanzielle Beihilfe von £ 79.000 für ein gemeinsames Musikforschungsprojekt, das sich mit den Nutzungsmöglichkeiten der weltweit größten Musikbibliographien über historische Drucke und Handschriften auseinandersetzt. Im Fokus stehen die Handhabung und Betrachtung sowie die statistische Auswertung von insgesamt sieben Musikdatenbanken und –katalogen. Erhofftes Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer besonderen generellen Methodik der Musikforschung im Umgang mit big data.

Zum ersten Mal werden Datenbanken und Kataloge dieser Größenordnung für ein Big-Data-Projekt herangezogen: der Katalog der British Library für Musikdrucke und –handschriften, die verschiedenen internationalen Musikbibliographien und -datenbanken des RISM über Musikdrucke und -handschriften, die Datenbank des RISM UK für Musikhandschriften und die Datenbank des Concert Programmes Project. Insgesamt handelt es sich hierbei um ca. fünf Millionen Katalogisate. Alle diese Datenbanken und Kataloge harren noch einer statistischen Auswertung in Bezug auf grundsätzliche Fragestellungen der Musikforschung wie z. B. nach der Verbreitung von Musikquellen und –werken, respektive ihrer Kanonisierung, nach der Popularität bestimmter Komponisten, Werke und Gattungen, der Geschichte der Musikästhetik und der Entwicklung der Komposition in der Musikgeschichte.

Zur Zielgruppe gehören Musikwissenschaftler, Musikbibliothekare und Interessierte aus anderen kulturwissenschaftlichen Disziplinen.

Das Projekt wird von Dr. Stephen Rose geleitet, dem Senior Lecturer in Music am Royal Holloway College zusammen mit Dr. Sandra Tuppen, Kuratorin für Musikhandschriften an der British Library. Das Projekt soll bis März 2015 abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden auf einem Symposion in der British Library vorgestellt.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie im folgenden Blogeintrag: http://britishlibrary.typepad.co.uk/music/2014/04/a-big-data-history-of-music.html

Kategorie: Bibliotheksbestände



Nächster Artikel >
< Vorheriger Artikel

Veranstaltungen: Erstaufführung von wiederentdeckten Heinrich Schütz Werken

Kaum zu glauben, dass es von Heinrich Schütz immer noch neu zu entdeckende Werke gibt. Und doch werden am 1. Oktober 2015 bei der Eröffnungsveranstaltung des Internationalen Heinrich-Schütz-Festes in Dresden zwei kleine Weihnachtskonzerte des sächsischen Hofkapellmeisters nach einem fast...

weiterlesen

Eigendarstellung: Pilotprojekt Wasserzeichen-Beschreibung in Kooperation mit WZIS

in der RISM-Arbeitsstelle Dresden

weiterlesen

Neuerscheinungen: Katalog der Musikalien der Diözese Würzburg veröffentlicht

Dieter Kirsch legt dreibändigen Katalog vor und erhält die Ehrennadel der Diözese Würzburg

weiterlesen

Bibliotheksbestände: Staatsbibliotheken in Berlin und München sowie weitere sechs Forschungseinrichtungen erwerben historisches Archiv des Schott-Verlags

Einem Käuferkonsortium ist es unter Federführung der Bayerischen Staatsbibliothek und der Kulturstiftung der Länder gelungen, das historische Archiv des Schott-Verlags in Mainz zu erwerben. Zahlreiche Förderer und die einschlägigen Forschungseinrichtungen unterstützten den Gesamtankauf.

weiterlesen

Bibliotheksbestände: Neuer RISM-Fundort: Forschungszentrum Musik und Gender in Hannover (D-HVfmg)

Die Fundorte historischer Musikquellen in Deutschland sind, wenn auch nicht vollständig erschlossen, so doch allesamt längst bekannt – könnte man meinen. Weit gefehlt: Immer wieder verschwinden ganze im RISM nachgewiesene Bestände (z.B. durch die Schließung kirchlicher Predigerseminare), werden...

weiterlesen