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Ein Abend mit Musik aus Irland

Sonntag, 16. März 2014, 18 Uhr, Ev.-Luth. Wartburgkirche
Hartmann-Ibach-Straße 108, 60389 Frankfurt am Main

John Sigismond Cousser: Serenata teatrale
Matthew Dubourg: Violinkonzert D-Dur
Timothy Geary: Six Canzonetts
Paul Alday: Grand Symphony (Deutsche Erstaufführung)

Mezzo-Sopran: Sharon Carty
Klavier: Jonathan Ware
Violine: Frank Plieninger

Junge Sinfoniker Frankfurt
Leitung: Bernhard Lingner

Am Vorabend des St. Patrick's Day steht die erste in Irland entstandene Sinfonie im Mittelpunkt des Konzertes. Der Komponist Paul Alday (ca. 1763-1835) stammte aus Frankreich, wirkte aber Anfang des 19. Jahrhunderts in Dublin. Das vollständige Notenmaterial wurde erst kürzlich wiederentdeckt und die Sinfonie erstmals nach fast 200 Jahren im Rahmen eines Symposions wieder aufgeführt. Kerry Houston, Direktor der Research Foundation for Music in Ireland (RFMI), wird in einer kurzen Einführung über den Fund berichten. Es ist vermutlich die erste Aufführung dieser Sinfonie außerhalb Irlands.

Am 20. April 2013 fand die erste Aufführung seit dem frühen 19. Jahrhundert von Aldays erster Sinfonie unter großem Beifall und internationaler Berichtertattung statt. Die Sinfonie komponierte Alday ca. 1816 in Dublin und war eine von zweien, die er während dieser Zeit schrieb. Aldays Sinfonie blieb lange ein Rätsel: obwohl bekannt war, das einige Stimmen an der Royal Irish Academy of Music (IRL-Dam) aufbewahrt werden, war eine umfassende Bewertung oder Aufführung des Stücks nicht möglich. Forscher des RISM Irland/RFMI fanden die übrigen Stimmen in dem bisher unbearbeiteten Musikbestand der irischen Nationalbibliothek (IRL-Dn). Alle Stimmen wurden dann von Studenten des Dubliner Institute of Technology’s Conservatory of Music & Drama (IRL-Dit)zur Vorbereitung der lang ersehnten Aufführung digital transkirbiert.

Andere Raritäten des Konzertprogramms erlauben einen Blick in das Musikleben Irlands durch die Jahrhunderte. Sowohl John Sigismond Cousser (1660-1727) als auch Matthew Dubourg (1703-1767) hatten das Amt des "Master of the State Music" inne. In dieser zentralen Funktion waren sie für die Leitung der Hofkapelle von Dublin Castle zuständig.

Solist in Matthew Dubourgs Violinkonzert in D-Dur ist Frank Plieninger, Mitglied des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters.

Die irische Mezzo-Sopranistin Sharon Carty war 2010-2012 Mitglied des Frankfurter Opernstudios und begeisterte das Publikum in der Rolle der Dido in Henry Purcells Dido and Aeneas. Sie singt die zu Beginn des 19. Jahrhunderts populären Lieder von Timothy Geary (1775-1801) und wird vom amerikanischen Pianisten Jonathan Ware begleitet.

Die Noten zu zwei der erklingenden Werke wurden extra für diesen Anlass aus den Originalquellen transkribiert.

Ein Konzert in Zusammenarbeit mit der Zentralredaktion des Répertoire International des Sources Musicales - RISM (Internationales Quellenlexikon der Musik), der irischen Ländergruppe des RISM und der Research Foundation for Music in Ireland (RFMI). Das RFMI fördert das lebendige Musikleben Irlands, dies manifestiert sich in Aufführungen, der Musikwissenschaft, Pädagogik und Komposition. Der Begriff "Musik in Irland" umfasst das breite Spektrum der musikalischen Erfahrung in diesem Land; das ist Musik in Irland und Musik von Irland. Da die Musik von zentraler Bedeutung für die Kultur Irlands ist, fördert die Forschungsgemeinschaft die Studien und Aufführungen von Musik in Irland auf nationaler und internationaler Ebene für die wissenschaftliche Gemeinschaft und Musikindustrie.

Eintritt frei

Bildnachweis von oben nach unten: Titelseite zu Aldays Grand Symphony, Sharon Carty, Jonathan Ware, Frank Plieninger. Bild zu Alday mit freundlicher Genehmigung des RFMI; Fotos mit freundlicher Genehmigung der Künstler.

 

Kategorie: Veranstaltungen



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