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Unbekannte Lieder von niederländischer Komponistin in Köln entdeckt

Cramer, „Wonne der Sturmnacht“

In der Bibliothek der Hochschule für Musik und Tanz Köln (D-KNh) konnten neun bisher unbekannte Lieder der Komponistin Anna Merkje Cramer (1873-1968) identifiziert werden, die dort bisher auf Grund eines Lesefehlers unter falschem Namen katalogisiert waren. Cramer war Schülerin von Wilhelm Berger, bei dem sie zunächst in Berlin, später in Meiningen studierte. In München, wo sie sich danach aufhielt, war sie vermutlich Schülerin von Max von Schillings. Nach ersten Erfolgen als Komponistin von Liedern – sie veröffentlichte zwischen 1907 und 1910 vier Sammlungen mit Liedern – werden die biographischen Informationen immer dürftiger, sie hielt sich in den nächsten 20 Jahren überwiegend in Berlin und Wien auf. 1930 kam ihre hoffnungsvolle Karriere auf Grund einer schweren psychischen Erkrankung zu einem jähen Ende. Sie verbrachte die letzten 10 Jahre ihres langen unglücklichen Lebens in einer psychiatrischen Anstalt im niederländischen Blaricum, wo sie als völlig Vergessene verstarb. Der handschriftliche Nachlass, den die unter Verfolgungswahn leidende Musikerin bei einer niederländischen Bank deponiert hatte, enthält neben den Autographen zu den gedruckten Werken noch zwei weitere Liederzyklen sowie einige Einzelwerke, darunter auch zwei nie aufgeführte Opern. Der Nachlass wird heute im Niederländischen Musikarchiv Den Haag aufbewahrt.

Die 9 bisher völlig unbekannten Lieder Cramers wurden im Februar 2014 in der Münchener RISM-Arbeitsstelle katalogisiert und können über den RISM-Opac recherchiert werden.

 

Kontakt:

Steffen Voss M.A., RISM Deutschland, Arbeitsstelle München in der Bayerischen Staatsbibliothek
E-Mail: steffen.voss@bsb.muenchen.de

Markus Ecker, Bibliothek der Hochschule für Musik und Tanz Köln
E-Mail: markus.ecker@hfmt-koeln.de

 

Abbildung: Anna Cramer, „Wonne der Sturmnacht“ (Text: Anna Ritter), Schlusstakte mit autographer Signatur der Komponistin. Hochschule für Musik und Tanz Köln, Bibliothek, Signatur R 1985 (olim M 7605).

Kategorie: Wiederentdeckt



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