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Aichach, Katholische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (D-AIC)

Die historischen Musikalien der katholischen Stadtpfarrkirche werden heute im Stadtarchiv Aichach verwahrt.

Ein Teil des Bestandes wurde im Rahmen der Arbeit an den Katalogen Bayerischer Musiksammlungen 1982 katalogisiert und sollte in Band 16 veröffentlicht werden. Dieser Band wird jedoch voraussichtlich nicht erscheinen können, daher wurden die Daten anhand vorhandener Katalogkarten in den RISM OPAC übernommen (die Katalogkarten befinden sich in der Münchner RISM-Arbeitsstelle, eine Kopie im Stadtarchiv Aichach). Dieser Teilbestand umfaßt die Signaturen Ms 1-230 (Musikhandschriften) und D 1-188 (Musikdrucke).

2009 wurden im Stadtarchiv Aichach von Archivar Christoph Lang weitere, bislang unbekannte Handschriften und Drucke aus diesem Bestand aufgefunden, die im Jahr 2010 von Armin Brinzing für RISM katalogisiert wurden. Dabei wurden auch die neu aufgefundenen Musikdrucke aufgenommen. Sie sind über den RISM OPAC recherchierbar. Die bereits  1986 katalogisierten Drucke sind bislang nur in einem bei RISM und im Stadtarchiv Aichach vorliegenden Zettelkatalog verzeichnet.

Der bereits 1986 katalogisierte Teil der Sammlung (Ms 1-230) wurde auch mikroverfilmt, die Filme sind über die Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek zugänglich.

Der Bestand enthält vor allem Kirchenmusik des späten 18. und des 19. Jahrhunderts von seinerzeit bekannten Komponisten wie Johann Kaspar Aiblinger, Johann Baptist Schiedermayr oder Peter von Winter. Daneben sind auch Komponisten aus der Umgebung vertreten (wie der Landsberger Chorregent Adolf Sutor). Es finden sich aber auch Werke von Aichacher Kirchenmusikern, die nur hier überliefert sind. Zu erwähnen wären hier u.a. Joseph Biberacher (1813-1819 Chorregent in Aichach, zuvor bereits Tenorist und Choralist) oder Georg Karl Rupert Stichaner (1854-1885 Organist, 1873-1885 Chorregent in Aichach).

Bemerkenswert ist auch eine kleine Sammlung von Salzburger Kirchenmusik aus der Zeit um 1800, die der aus Aichach stammende Matthias Karl 1820 der Pfarrkirche seiner Heimatstadt zum Geschenk machte. Karl wurde um 1776 in Aichach geboren und war von 1798 bis nach 1807 Domchorvikar in Salzburg (als solcher wirkte er an der Kirchenmusik im Salzburger Dom mit).  Die meisten Werke stammmen von Michael Haydn, außerdem ist eine Messe W. A. Mozarts vorhanden, die Missa brevis KV 194 (186h).

Sie können über den RISM OPAC gezielt im Bestand der Aichacher Musikalien recherchieren (Bibliothekssigel D-AIC).

(Armin Brinzing, Februar 2011)