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The holdings of old music manuscripts and prints of the Stiftskirche Altötting completly registered

AÖhk 239, Autographes Titelblatt von Max Keller

Die Musikhandschriften der Stiftskirche Altötting, als RISM-Sigel D-AÖhk, Altötting, Heilige Kapelle benannt, werden durch die Bischöfliche Administration der Heiligen Kapelle verwahrt. Ein Teil davon wurde zum ersten Mal in der Reihe „Kataloge Bayerischer Musiksammlungen“ als Band 18 unter dem Titel „Die Musikhandschriften der Stiftskirche Altötting, des Kollegiatstifts Landshut und der Pfarrkirchen Beuerberg, Schnaitsee und St. Mang in Füssen“ in München 1993 von Nicole Schwindt-Gross veröffentlicht. Bei der damaligen, als DFG-Projekt geförderten Unternehmung, wurden aus Altötting allerdings nur die Musikhandschriften der Signaturen AÖhk 401 bis 723 berücksichtigt. Zur Vervollständigung des Bestands wurde deshalb 2019 der Restbestand erfasst. Dieses Mal tritt Frau Nicole Schwindt nicht als Bearbeiterin, sondern gewissermaßen als Mentorin auf, mittlerweile in der Funktion der 1. Vorsitzenden des Vereins RISM e.V. Deutschland.

Hier sei auf die detailreiche Einführung des KBM-Bandes 18 hingewiesen, der im Anschluss an diese Einführung abgebildet wird. Die Daten dieser Handschriften wurden in einer Retrokonversion für den RISM-OPAC durch die Zentralredaktion in Frankfurt/Main erfasst und umfassen 680 Titelaufnahmen.

Neben der Einleitung zu diesem KBM-Band sind noch zahlreiche weitere Informationen zu Wasserzeichen, ihren Papiermühlen und Literatur enthalten, die eine beiderseitige Nutzung dieses KBM-Bandes mit dem jetzt hier vorliegenden unabdingbar macht. Die Wasserzeichen der 2019 neu aufgenommenen Handschriften sind an die Titel im RISM-OPAC angehängt, ebenso wie die Daten zu den ermittelten Papiermühlen, so dass auch hier eine korrespondierende Nutzung des vorliegenden Bandes mit der im Internet frei zugänglichen Datenbank unerlässlich ist.

Die 2019 erfassten Musikhandschriften umfassen die Signaturen AÖhk 001-361. Sie stammen direkt aus dem Besitz von Max Keller oder aus dessen Umkreis und ergaben insgesamt 970 Titelaufnahmen. Zusätzlich aufgelistet, wenn auch nur in Kurzform, wurden die insgesamt 59 Drucke, um auch sie geschlossen zu dokumentieren. Einige Drucke sind bereits in der RISM Reihe A/I Drucke vor 1800 veröffentlicht. Diesen wurden ihre Signaturen beigegeben und in die Kurzliste mit aufgenommen.

Was Max Keller betrifft, so ergab die Erfassung der Manuskripte zahlreiche Datierungen für sein Leben. Dabei tauchten auch Manuskripte aus seinen Anstellungen vor Altötting auf, nämlich aus Burghausen und Seeon, wie er schon in seinem eigenhändigen Werkverzeichnis angegeben hat (Exemplar in D-Mbs: Mus.ms.app. 2018-1 und Mus.ms.app. 2018-2, beide als Digitalisate in abrufbar). Es macht den Anschein, dass Keller zahlreiche seiner Werke in einer Art Revision selbst mit Umschlägen und Titeln versehen hat. Dafür sprechen viele von Kopistenhand angefertigte Noten, die nur einen Titel von autographer Hand haben. Und/oder er hat die Kopien selbst in Auftrag gegeben. Dabei sind auch Fehler entstanden, z.B. AÖhk 263, wo er ein dreistimmiges Stück auf dem Titelblatt als “für vier Stimmen” bezeichnet. (“6 Fürbitt-Rufe | zum heiligen Sebastian | für eine Singstim̄e und Orgel obligat, | Alt, Tenor und Bass ad libitum | von Max Keller”). Oder er nennt in AÖhk 157 “4 Adventslieder” obwohl auf in den Notenblättern fünf enthalten sind! Des Weiteren in AÖhk 305: Auf dem Umschlagtitel ist neben der falschen Angabe von Keller "8 Predigtlieder", denn es sind nur 6 Predigtlieder enthalten, auch die Signaturenzählung ist für 8 Stücke angegeben mit Tinte "No. 10-17/II." und mit roter Tinte "No 727/28-35"! In die Noten schaute da anscheinend keiner der Inventaristen.

Das Papier stammt zum Großteil aus der regionalen Papierproduktion um Altötting und dabei vor allem aus Raitenhaslach, aus einer Papiermühle, die durch Johann Ernst Trexler Senior (fl. 1790-1819) und wohl auch Junior betrieben wurde. Nähere Untersuchungen dazu wären noch zu tätigen. Darüber hinaus sind ältere Quellen auch aus dem Umkreis von Salzburg zu ermitteln, diese benutzen vornehmlich italienisches Papier und schließlich Papier aus der Gegend um Braunau am Inn. Es zeigt sich, dass die Papierauswahl sich kaum von derjenigen unterscheidet, die den Bestand der Manuskripte AÖhk 401-723 kennzeichneten.

Im Ganzen vermittelt der Bestand nach Hinzufügung von Kellers Handschriften keinen wesentlich veränderten Eindruck. Umso mehr freuen wir uns, diesen nun in seiner Gänze präsentieren zu können.

Mikrofilme der Musikhandschriften sind in der Bayerischen Staatsbibliothek vorhanden und können dort in der Musikabteilung eingesehen werden.

• Der neue Gesamtkatalog ist online bereitgestellt unter: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-358400

Literatur

Nicole Schwindt-Gross: Die Musikhandschriften der Stiftskirche Altötting, des Kollegiatstifts Landshut und der Pfarrkirchen Beuerberg, Schnaitsee und St. Mang in Füssen: thematischer Katalog, München 1993 (Kataloge Bayerischer Musiksammlungen, Bd. 18)

(Gottfried Heinz-Kronberger, November 2019)




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