Zum Projekt
Das Répertoire International des Sources Musicales (RISM) - Internationale Quellenlexikon der Musik - ist eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit vorhandene musikalische Quellen umfassend zu dokumentieren: Musikhandschriften, Notendrucke, Schriften zur Musiktheorie und Libretti, die sich in Bibliotheken, Archiven, Kirchen, Schulen und privaten Sammlungen befinden. Die über 1,5 Millionen Datensätze des RISM können kostenlos über den RISM Catalog durchsucht werden. RISM wurde 1952 in Paris gegründet und ist die größte und einzige weltweite Organisation, die schriftliche musikalische Quellen dokumentiert.
1953 (München) und 1955 (Berlin, später Dresden) haben zwei deutsche Arbeitsstellen ihre Tätigkeit aufgenommen und als Teil der mittlerweile über 35 weltweiten Ländergruppen an der Erfassung der für die Musikforschung wichtigen Quellen gearbeitet. Eine jahrzehntelange Projektfinanzierung, zuletzt über die Union der Akademien der Wissenschaften unter Federführung der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz ermöglichte eine produktive und intensive Erschließungsarbeit. Nach über 70 Jahren erfolgt 2026/27 mit dem Finanzierungsende eine Auflösung der deutschen Arbeitsstellen.
Die Katalogisierung von Musikhandschriften mehrstimmiger Musik von ca. 1600 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stand im Mittelpunkt der Tätigkeit beider deutscher Arbeitsstellen. Die für RISM relevanten Musikquellen befinden sich überwiegend in öffentlichen und kirchlichen Archiven und Bibliotheken. RISM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zum einen die Standorte ermittelt und die dort die bewahrten Musikquellen gesichtet und zum anderen das Quellenmaterial gemäß einem internationalen Regelwerk beschrieben. Grundsätzlich erfolgte eine direkte Einsichtnahme in das Sammelgut, um alle bibliographischen Angaben den originalen Vorlagen zu entnehmen.
Seit Juni 2010 ist die Datenbank frei über das Internet als RISM Catalog zugänglich. Die Daten durchliefen über die Jahrzehnte hinweg mehrere Schritte auf dem Weg in die Digitalität: Einige Bestände waren vor dem Erscheinen der ersten elektronischen Ausgabe in Buchform publiziert worden und wurden nach und nach in eine elektronische RISM-Datenbank überführt. Auch die anfangs auf Karteikarten erstellten Katalogisate wurden in den Computer übertragen. Bis 2008 wurden die Ergebnisse jeweils auf einer jährlich erscheinenden CD-ROM publiziert; schließlich erfolgte der Übergang zum heutigen Online-Katalog. Zusätzlich wurden zu ausgewählten Sammlungen auch Einzelkataloge herausgegeben.